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Angemessene Teilhabe

Was wir wollen

Angemessene Teilhabe

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Auf kaum einem anderen Feld besteht von den Ländern über die Bundesregierung bis hin zur Europäischen Kommission derart große Übereinstimmung des politischen Willens wie beim Thema Schutz und Förderung von KMU. So heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium: „Mittelständische Unternehmen sind der Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft. Sie sind unverzichtbar für Wachstum, Beschäftigung und Innovation in Deutschland… Kleine und mittlere Unternehmen (sind) das Rückgrat der deutschen Wirtschaft“; im Bereich Raumfahrt wird gar fast der gesamte Bereich der nachgelagerten Wirtschaftsfelder als Feld der KMU gesehen: „Dem Aufbau einer wettbewerbsfähigen Industrie in nachgelagerten Wachstumsmärkten ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken… In diesem Bereich entwickeln sich insbesondere auch für KMU mit ihrem hohen Innovationspotenzial neue breite Aktionsfelder.“

Im Bereich der nationalen Raumfahrtaktivitäten hat das DLR neben der Initiierung einer ganzen Serie von Unterstützungsmaßnahmen für die Beschaffung eine Orientierungsmarke von 20 Prozent KMU-Beteiligung ausgegeben, die in der Regel auch erreicht und teilweise sogar übertroffen wird.

Auf europäischer Ebene schließlich sind die Prioritäten auch mit deutlichen quantitativen Korridoren markiert. Circa 46 Prozent Beteiligung von KMU an öffentlichen Aufträgen wurden in der EU schon bis 2011 erreicht – darin eingeschlossen 29 Prozent direktes Auftragsvolumen. Insgesamt steckt die Kommission die Ziellinie bei 58 Prozent Beteiligung von KMU ab.

Als eine der großen Organisationen der öffentlichen Hochtechnologie-Beschaffung in Europa hinkt die ESA hinter solchen Zielvorgaben weit hinterher. Zwar mangelt es auch hier weder an Bekenntnissen zur Kraft aus der Mitte noch an Eingeständnissen, dass unter 10 Prozent Beteiligung zumindest der deutschen und ein Aufwuchs von 2,5 auf 6,5 Prozent KMU-Anteil gesamt in knapp zehn Jahren deutlich zu wenig sind.

Und formal mangelt es auch nicht an Instrumenten und großen Anstrengungen, insbesondere die stetig verbesserten  C1-C4-Clauses sind zu nennen.

Allerdings verlangt die europäische Politik sowohl der Länder wie auch der EU-Kommission nicht nur administrative Guidelines, sondern vor allem Ergebnisse. Ergebnisse, die nach einer europaweiten Erhebung die ESA selbst signifikant vor allem in den Bereichen Innovation und Wirtschaftlichkeit voranbringen könnten. Das wäre auch im Interesse der Mitgliedsländer ebenso wie der LSI, deren notwendige Führungsrolle von der Beibehaltung etablierter ESA-Mechanismen – Beispiel und Stichwort: Georeturn – bei der Definition und Umsetzung von Projekten und Programmen nicht unbeträchtlich abhängt.

Zudem profitieren die LSI außerordentlich wirtschaftlich wie technologisch von der Integration konzernunabhängiger KMU in ihre Projekte; die Gültigkeit dieser These wird tagtäglich in allen systemrelevanten Technologiebranchen Deutschlands unter Beweis gestellt, welche sich allein nach den Prinzipien von Wirtschaftlichkeit und Innovationsdichte auf rein kommerziellen Weltmärkten behaupten müssen.

Und schließlich wäre es auch im Interesse Europas und der ESA selbst auf der Suche nach einem tragfähigen eigenen Konzept von „New Space“ europäischen Zuschnitts – denn ganz gleich, wie man sich dem Thema „New Space“ nähert: ohne KMU wird es schlicht nicht stattfinden.